Anmerkungen zum Film "Traumschiff Surprise"

 

 

 

Die Fiktion vom rechtradikalen Sachsen wurde durch den Film "Traumschiff Surprise" neu belebt. Und nicht nur das. Schaut man genauer hin, so fallen reihenweise Negativklischees auf, welche in demagogischer Weise einen Reizeffekt erzeugen sollen. Der Zuschauer kann nicht, er darf nicht protestieren, wird zum "Ist doch lustig!" - Denken genötigt, ohne dass dieser Film wirklich lustig wäre.

Das Problem ist die verdeckte Grundhaltung der Macher. Niemand sagt es, aber das Selbstverständnis der Handlung ist eindeutig.

1. Der Film spielt in einer fernen Zukunft, die sich indes wie die heutige Zeit durch ost- und west-deutsche Mentalitäten und den hieraus abgeleiteten gegenwärtig medial vertretenen Klischeecharakteren auszeichnet.

2. Eine der entscheidenden Figuren der Handlung ist ein Nazi, welcher den Vornamen "Jens" trägt, ein Name, welcher als typisch ost-deutsch gilt.

3. Der Familienname "Maul" ist einerseits identisch mit der urbösen Figur aus George Lucas "Star Wars", was auch mit der optischen Umsetzung in Einklang gebracht wurde, zum anderen werden nebenbei Assoziationen wie "Jens haut jemandem aufs Maul" oder "Jens halt Dein Maul" geweckt.

4. So sagt "Jens Maul" in einer Szene: "Ich werde den Ritter von hinten besiegen.", was aufgrund der Doppeldeutigkeit, so ist im Film der Name "Ritter von Hinten" ein eigenständiger Terminus, verschiedene Assoziationen hervorruft:

a) Er ist schwulenfeindlich, da er einen Homosexuellen bekämpfen will.

b) Er kann seinem Gegner nicht von vorn Auge in Auge gegenübertreten, da er ihn in anderer Schreibweise ja nicht von vorn, sondern hinten angreifen will, was Feigheit und gleichsam Arglist unterstellt.

c) Er scheint in dieser genannten Szene zu dumm, diese Doppeldeutigkeit zu erkennen, ist sich somit seiner Boshaftigkeit nur in groben Zügen bewusst und besitzt keinerlei Feingefühl, welches Formen der Selbstironie erlauben würde.

d) Aus der Wortwahl lässt sich sowohl eine notorische Selbstüberschätzung ableiten ( so beginnt der Satz mit "Ich werde ... ", nicht etwa "Ich möchte ... " ), als auch die kommunistische Floskel "venceremos" ( "Wir werden siegen." ) als gedanklicher Unterbau finden.

5. Die Assoziation Nazi = Sachse wird durch die Optik des Jens Maul unterstützt, welche Anleihen aus der Figur des Bösewichts aus dem Film "Das fünfte Element" zeigt.

6. Der verwendete Dialekt ist nicht wirkliches Sächsisch, vielmehr werden sächsische Sprachfetzen zu einem unerträglichen künstlich widerlich stilisierten Dialekt umgestaltet, was letztlich wie das Nachäffen von Lauten klingt, die man einem ungeliebten Menschen in dessen Mund, Pardon, Maul legen möchte, um sich - geschützt durch den eigenen Nimbus - zynisch über ihn zu stellen.

7. Die Dümmlichkeit der Figur des Jens Maul verschwimmt in seiner abgrundtiefen Boshaftigkeit, beide Eigenschaften driften so ineinander, was einerseits das Publikum zum Lachen, es andererseits vom vorgeblich wahren Kern der Aussage und Darstellung überzeugen soll.

Man könnte natürlich hier sämtliche Szenen des Films aufzählen und einzeln beschreiben, wobei hier nicht der Platz für eine derartige Mammutarbeit ist.

Die Aussage ist indes klar umrissen, woraus auch hervorgeht, welche Intension der Film besitzt und wessen Geist dort Regie geführt hat.

Spannend ist des weiteren, dass der Film vor dem NPD - Wahlerfolg in Sachsen veröffentlicht wurde, somit vermutet werden darf, dass hier die sächsische Bevölkerung durch eine stupide Negativkampagne zu einer Art des Borderlinesyndroms oder auch des Stockholmsyndroms genötigt wurde.

Im Spannungsfeld zwischen Konditionierungseffekten, Selbsterfüllender Prophezeihung mit dem ökonomischem Potential des Landes Sachsen muss hier also von einem weitreichenden Sabotageakt gegen dieses Bundesland und dessen Einwohner gesprochen werden.

 

 

 

 

 

      

 

 

 

 

 

 

  

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