THESEN:

 

Bezüglich sämtlicher genannter Punkte möchte ich nun einige Thesen aufstellen, welche die Entwicklung hin zu einem ehrlichen und offenen Bewusstsein, einer unverkrampften und pragmatischen Weltsicht eröffnen.

 

These 1:

Die Begriffe ost und west existieren nur in unserer Vorstellung, sind Gegenstände unserer Erwartungshaltung geworden, welche eine den Menschen stilisierende und selbstprophezeiende Wirkung besitzen, womit eine emotionale Grundstimmung bereits impliziert ist, somit auch die Zahl der Freiheitsgrade des Menschen hierdurch begrenzt ist, was allein durch die Erwartungshaltung zustande kommt.

 

 

These 2:

Rhetorische Defintionen, wie "Angleichung der Lebensverhältnisse in ost und west" führen zu einer Konditionierung der Erwartungshaltung an das einzelne Individuum und dessen mutmaßliche Sozialisierung, was die die Existenz diverser Verhaltensweisen und Maximen über die Persönlichkeit und deren individuelle Entwicklung unterstellt. Hierdurch wird eine universelle Zeitgeistphilosophie ost-west erst diskutierbar, wobei nicht einmal selbige Auseinandersetzung überhaupt geführt, sondern nur die Vorstellung davon medial transportiert wird.

 

 

These 3:

Durch die Schaffung neuer Mythen, welche an die Vergangenheit anknüpfen, wird absichtlich eine fiktive Epoche virtuell geschaffen, deren geistigen Ursprung er indes nicht innnerhalb der Medien, sondern beim Bürger selbst suggeriert werden soll, wodurch wiederum eine Auseineindersetzung der Bürger untereinander erschwert wird.

 

These 4:

Die Medien sind sich ihrer Taten bewusst, was sich an ausgewählten Beispielen belegen lässt, so u. a. die Antisemitismusneigung nicht nach ost und west getrennt statistisch aufbereitet in Zeitungen dargestellt wird und auch in den politischen Magazinen sämtlicher Fernsehesender keine Rolle spielt, hingegen die Ausländerfeindlichkeit eine überbordende Funktion bei der Beurteilung der Grundstimmung von Menschen spielt, die man in ost und west teilt. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Zahlen zum Antisemitismus ein negatives Bild des sog. Westens erzeugen würden, dessen inhärente Eigenschaften minimiert werden, hingegen die des sog. Ostens maximiert.

 

 

These 5:

Es gibt einen ost- und einen west-deutschen Interviewcode, dessen sich Journalisten bedienen. Diese beiden Codes sind durch:

* klare und verständliche Sprache mit intellektuellem Ansatz,

* einer unterstellten Tiefsinnigikeit

gegenüber west-deutschen Personen sowie:

* Infantilität mutmaßendes,

* durch naive Wortwahl gesteigertes,

* herabblickende Zweifel erkennen lassendes Vokabular

gegenüber ost-deutschen Personen gekennzeichnet. Dies soll zu einer Identifikation mit der jeweiliegen Gruppe führen und konditioniert das positive respektive negative Selbstbild desjenigen, welcher Sympathie gegenüber genau diesen öffentlichen Personen empfindet.

 

These 6:

Wer sich nicht mit ost-west identifiziert, wird medial nicht ernstgenommen und als Träumer verachtet. Dies ließ sich sehr gut an der Mimik verschiedener Journalisten beobachten, so bei Sandra Maischberger im Interview mit Heinz Eggert oder bei Johannes Kerner und Sabine Christiansen jeweils im Interview mit Lothar Späth. Aus dieser Haltung heraus werden kritische Betrachtungen vermittels unscheinbarer Subsons persiflierend abgewertet.

 

 

These 7:

Mit der Beendigung des Ost - West - Denkens in Dtl. würden die ökonomischen Probleme überwunden, aber auch eine neue Debatte über Rechtsradikalismus in den sog. west - deutschen BL notwendig, da man den ost - deutschen Sündenbock nicht mehr zur Rechenschaft ziehen könnte. Tatsächlich ist selbiger ein Phänomen, welches sich nicht regional einordnen lässt, obgleich die Medien nichts unversucht lassen, stets die Ost - West - Komponente in die Beurteilung einfließen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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